Genau nach 41 Jahren kehrte Karel Gott nach Kanada zurück. Während er 1967 mit dem Orchester des Theaters Apollo auf der Weltausstellung EXPO´67 in Montreal und in verschiedenen Fernsehsendungen auftrat, begab er sich in diesem Jahr auf seine erste Kanadatournee. Organisiert wurde sie in erster Linie vom Ehepaar Suchánek sowie von der kanadischen Firma H&S Productions. Jiøí Suchánek und Miluška Suchánková, die Besitzer des New Yorker Restaurants „Zlatá Praha“, hatten in der Vergangenheit schon für Karel Gott und Helena Vondráèková zwei Konzerte in der New Yorker Carnegie Hall vorbereitet (2000, 2005). Zu Gotts Kanadakonzerten gibt es sogar schon eine eigene Internetseite www.karelgott.ca, auf welcher vor allem der bisher noch nicht veröffentlichte Videoclip zum Lied „Noèní král“ (I Drove All Night - Roy Orbison und Celine Dion haben dieses Lied berühmt gemacht) ins Auge sticht. Für die Konzerte in Kanada hat der Kappellmeister Pavel Vìtrovec eine spezielle Kappelle zusammengestellt, zu der neben ihm Felix Slováèek (Saxophone, Klarinette), Alfréd Bittner (Gitarren), František Raba (Bassgitarre), Ladislav Malina (Schlagzeug) und Ondøej Hájek (Tasteninstrumente) gehören. Karel Gott hat für diese Auftritte an die 30 Lieder einstudiert, welche bereits bei seiner ersten Zwischenstation am Sonntag, dem 11. 5., in der prestigeträchtigen (und ausverkauften!) Roy Thompson Hall in Toronto zu hören waren (2.700 Plätze). „Der Erfolg in dieser kanadischen Carnegie Hall hat mich verständlicherweise sehr gefreut. Die Roy Thompson Hall wurde 1982 eröffnet und ist die Heimstätte des Torontoer Symphonieorchesters und des Mendelssohn-Chores. Außerdem finden dort jedes Jahr internationale Filmfestspiele statt. Die Halle spielt eine wichtige Rolle in dem berühmten Film X Men (aus dem Jahr 2000) mit Hugh Jackman und Halle Berry. Genau so toll war, dass die Hits von Karel Svoboda (Paganini, Lady Carneval, Biene Maja) auch in Kanada funktionieren“, teilte Karel Gott Jan Adam telefonisch mit. Und Felix Slováèek sagte zum ersten Konzert in Kanada folgendes: „Karel sang natürlich nicht nur auf tschechisch, sondern auch auf slowakisch, deutsch, englisch, russisch und italienisch, schließlich besuchten sein Konzert nicht nur Landsleute, sondern Fans aus der ganzen Welt. Karel gelang es, das Publikum zu begeistern, und dass nicht nur mit seinen eigenen Hits (Oèi snìhem zaváté, Ptaèí náøeèí, Bum, bum, bum, Cesta rájem, Trezor, Má první láska se dnes vdává, Stokrát chválím èas, Když jsem já byl tenkrát kluk, Angelina, Ráno jedu dál, Lásko má), sondern auch mit der berühmten Rossini-Kanzonette „La danza“, klassischen zum Repertoire aller berühmten Tenöre gehörenden Stücken (Granada, die Arie „Una furtiva lacrima“ aus der Donizetti-Oper „Der Liebestrank“), verschiedenen Hits von Elvis Presley, dem jüdischen Volkslied Hava Nagila und verständlicherweise auch mit tschechischen und mährischen Volksliedern, welche als Zugabe gesungen wurden. Ja, und mich selber muss ich auch loben, weil ich es schaffte, die Zuschauer mit Liedern aus dem ersten tschechischen Musical „ Starci na chmelu“ zu rühren.“ Nach dem Konzert fand in den Räumen der Thompson Hall noch eine VIP-Partie statt, auf welcher Karel Gott freilich keine Zeit zur Erholung fand. Er unterschrieb und unterschrieb, ließ sich mit seinen Fans fotografieren und gab ein Interview. Am Tage des Konzertes telefonierte Karel mehrmals mit der kanadischen Sängerin israelischer Abstammung Batsheva Capek, welche die Ehefrau des tschecho-kanadischen Komponisten John Capek ist. John Capek, ein direkter Nachkomme des Hussiten-Hauptmanns Jan Èapek ze Sám, hat neben eigenen Hits Lieder für Sänger wie Cher, Rod Stewart, Diana Ross, Olivia Newton – John oder Helena Vondráèková geschrieben und war bereits mehrmals in Karels Prager Villa zu Gast. Kein Wunder also, dass Batsheva und ihr Ehemann vorhatten, sich Karels Konzert in Toronto anzuschauen. Eine plötzliche Erkrankung zwang die beiden jedoch, von diesem Vorhaben Abstand zu nehmen. Dabei hatte sich Karel so auf den Besuch ihrer Villa in Toronto gefreut, welche eine Schatztruhe der Malkunst sein soll. Am 12. 5., dem Tag nach dem Konzert, wartete auf Karel ein Ausflug zu den Niagarafällen, welche sich an der Grenze zwischen Kanada und den USA befinden, sowie ein Blick auf Toronto vom CN-Tower. Diese kanadische „Königin des Himmels“, wie der Turm am Ufer des Ontario-Sees auch genannt wird, ist mit ihren 533,3 Metern seit 1975 der schlankeste frei stehende Turm der Welt. Gestern gab Karel Gott in der Chan Shun Concert Hall in Vancouver ein Konzert und am 18. Mai wartet auf ihn im Winspear Centre in Edmonton das dritte Konzert seiner kanadischen Minitournee. Vor ihm liegt aber auch ein interessantes Privatprogramm, so dass er erst am 23. Mai nach Prag zurückkehren wird.