Die "tschechische Nachtigall" malt wenig und erinnert sich an alle Bilder. Den größten Teil seiner Werke besitzt František Janeèek.
Karel Gott hat wieder zum Pinsel gegriffen. Diesmal allerdings malte er zum vorgegebenen Thema "Die drei Musketiere". Zusammen mit ihm stellte sich eine Reihe weiterer Künstler vor die Staffelei. Ihre Werke werden am 21. März im Prager Hotel "Holiday Inn" zum Nutzen der Hilfsorganisationen "Krtek" und "Diamant dìtem" versteigert.
Karel Gott malt meistens nachts und auch dieses Bild ist nicht anders entstanden. "Das ist nicht ideal, da das künstliche Licht täuscht und wenn ich dann das Bild bei Tage sehe, fange ich wieder an es zu korrigieren. Aber sonst habe ich einfach keine Zeit," sagt er.
Seine Musketiere wurden durch das gleichnamige Musical, welches gerade im Prager Theater "Broadway" läuft, inspiriert. Auf dem Bild ist aber keiner der Sänger zu erkennen. "Ich bin kein Portraitmaler und wollte keine konkreten Personen zeichnen," erklärt Gott. "Hätte ich Petr Koláø gemalt, hätte man mich gefragt, wieso dort nicht Tomáš Trapl zu sehen ist, so bin ich solchen Fragen aus dem Wege gegangen," fügt er hinzu. Genauso unkonkret redet er über den Wert des Bildes. "Seinen Preis beziffern? Das kann ich gar nicht sagen. In dieser Zeit hätte ich mich der Arbeit widmen können, die mich ernährt, meinem Beruf. Der Wert dieser Zeit ist schwer abzuschätzen...."
Der Malerei widmet sich Gott seit einer Reihe von Jahren. Große Ratgeber waren der schon verstorbene Josef Vyleal und Jiøí Anderle. "Sie haben mich darin sehr unterstützt. Sie glaubten daran, daß es auf die Phantasie ankommt und daß alles andere Technik ist, und mit der haben sie mich dann vertraut gemacht. In die Themengestaltung haben sie mir aber nie reingeredet. Sie sagten: Sei froh, daß du Phantasie hast. Wir haben viele Studenten, die zwar wissen wie man malt, denen aber die Invention fehlt."
Inzwischen gibt Karel Gott schon selber Erfahrungen weiter und zwar seiner Freundin Ivana Macháèková, was die Beiden manchmal in problematische Situationen bringt. Bis heute ist zum Beispiel ungeklärt, wer der Autor des Bildes "Kubanisches Mädchen" ist. "Ich hatte mir das Ganze ausgedacht und mit Bleistift vorgezeichnet und Karel nur darum gebeten, mir zu zeigen, wie man mit den Farben arbeitet. Und er hat sich gleich so in das Bild vertieft, daß er mich nicht mehr herangelassen hat. Angeblich kann ich mir ja mein eigenes Bild malen," erzählt mit gespieltem Ärger Macháèková.
Das "Kubanische Mädchen" ist eines von den wenigen Gemälden, die Gott in seinem Haus in der Bertramka zu hängen hat. Und viel hat nicht gefehlt, und es wäre nicht mehr da. Kaum hatte es sein Manager František Janeèek gesehen, da wollte er es auch schon kaufen. Er besitzt den größten Teil von Gotts Bildern, die er meistens als Geschenk oder für einen Freundschaftspreis bekommen hat. "Wenn uns etwas Außergewöhnliches gelingt, ist es oft so, daß František sagt: 'Ich habe bei dir ein Bild,' und ich gebe es ihm," erklärt der Sänger, wie so ein Geschäft abläuft. Ob es ihn ärgern würde, wenn Janeèek sie einmal vorteilhaft zu Geld machen würde? "Aber das ist doch seine Sache! Wenn er erstmal der Besitzer ist, wobei ich ja zugestimmt habe, dann geht mich das nichts mehr an, selbst wenn ich dann erst einmal schlucken muß," sagt er.
Er hat bis jetzt um die vierzig Bilder gemalt und erinnert sich an alle. Als sie ihn kürzlich aus einem Antiquitätenladen anriefen, konnte er am Telefon erkennen, daß es sich um eine Fälschung handelte. Er malt wenig und ist überzeugt, daß eine inflationäre Zahl von Werken den bildenden Künstler degradiert. Und er sieht noch einen weiteren Vorteil. "Es ist besser einen van Gott zu haben, der lebt und bestätigt, daß das Bild von ihm stammt, als einen van Gogh, der nur eine Fälschung ist."